Technologiepartner entfalten Synergien in der Hubmastprofilbearbeitung

Technologiepartner entfalten Synergien in der Hubmastprofilbearbeitung

„Kompetenz-Allianz“ als ein Mosaikstein, Wettbewerbsvorteile zu erlangen

Wenn hochkarätige Spezialisten aus dem Maschinenbau und der Werkzeugherstellung ihre Kompetenzen bündeln, entstehen Synergien, die in Produkten münden, mit denen Industriekunden ihre produktionstechnischen Herausforderungen optimal lösen können. Ein Beispiel ist die enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der SSB-Maschinenbau GmbH aus Bielefeld, dem Werkzeughersteller Seco Tools GmbH aus Erkrath und als Anwender die KION Group AG, einer der weltweit führenden Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten. Zur Bearbeitung von Hubmastprofilen in Produktionsstätten rund um den Globus setzen die Frankfurter seit über 20 Jahren auf bewährte, leistungsstarke SSB-Anlagenkonzeptionen, die mit innovativer Seco Tools Werkzeugtechnologie ausgestattet sind. Für den reibungslosen Workflow sowie die rasche Implementierung von Upgrades und Innovationen arbeitet hinter den Kulissen eine „Kompetenz-Allianz“ äußerst effizient Hand in Hand zusammen.

Flurförderzeuge bzw. Gabelstapler haben beim Be- und Entladen, Transportieren, Stapeln oder Kommissionieren etc. Höchstleistungen zu vollbringen. So muss beispielsweise der Hubmast bei diesen Einsatzbedingungen in Material und Bearbeitungsqualität optimal sein, sonst sind Leistungsstärke und Lebensdauer dieser zentralen Fahrzeug-Komponente minimiert. „In der Produktion der Hubmasten stellen wir neben der Präzision hohe Anforderungen etwa an Planungs- und Prozesssicherheit, Rentabilität sowie Nachhaltigkeit der eingesetzten Maschinen- und Werkzeugtechnologie“, so Oliver Freisinger von der KION Group. Der Senior Project Manager Fabrication, Production Technologies, ist verantwortlich für größere Investitionen im Manufacturing Segment und forciert in der Anwendungstechnik – auch über Synergienbildung mit Technologiezulieferern – die Standardisierung, um an unterschiedlichen Fertigungs-Standorten weltweit gleiche Abläufe bzw. Prozesse in der Fertigung zu implementieren. „Für die wirtschaftliche Serienproduktion bei der Hubmastprofilbearbeitung auf höchstem Niveau benötigen wir autonome, mit minimalstem Personaleinsatz agierende Maschinen. Das heißt, ein Mitarbeiter soll pro Schicht mit dieser Produktionseinheit idealerweise das gesamte Produktportfolio rüstfrei abwickeln können. In solchen Fällen greifen wir aus dem Projektmanagement heraus auf bewährte und technologiefundierte Partner zurück. Für die Hubmastprofilbearbeitung ist dies standardmäßig SSB-Maschinenbau und in der Projektierungsarbeit sehr stark gekoppelt mit dem Werkzeughersteller Seco Tools.“

Weltweit kundenindividuell standardisierte Maschinentechnologie

KION definiert das Anforderungsprofil, SSB-Maschinenbau konzipiert dementsprechend das an die zu bearbeitenden Bauteile optimal angepasste Maschinenkonzept. Holger Klatte, Geschäftsführer von SSB-Maschinenbau: „So verschieden die Mastprofile sind, so unterschiedlich lassen sich SSB-Maschinen auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Trotzdem ist Standard das Zauberwort: Auf unseren Maschinen-Plattformen entstehen standardisierte, aber kundenspezifische CNC-Bearbeitungszentren mit applikationsoptimierten Be- und Entladungsmöglichkeiten, Spindel-, Werkzeug- und Spannkonzepten.“

Die Aufgaben zur Bearbeitung der Staplerprofile von bis zu 360 Kilogramm Gewicht und bis zu acht Metern Länge sind vielfältig: Zerspanprozesse sind beispielsweise das vierseitige Bearbeiten von U-, Doppel-T- und I-Profilen. Dazu gehören unter anderem Stege entfernen, Bohrungen fräsen, entgraten und Kreisflächen auch unter Winkeln fräsen. Je nach Anforderung entwickelt SSB-Maschinenbau eigene pfiffige Features, die an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Das sind einzigartige „Erfindungen“, die die jeweilige Maschine noch leistungsfähiger und wirtschaftlicher machen.

Ein Beispiel ist eine SSB-Maschinenkonfiguration, in der zwei eigenständig autarke Bearbeitungszentren in einer Zelle miteinander verknüpft sind. Sie werden von einem Handlingsportal bedient. Sollte eine Bearbeitungszelle eine Störung haben bzw. gewartet werden, kann mit der anderen problemlos weitergearbeitet werden. Das heißt, die Ausfallzeit wird bei Maschinenstillstand halbiert.

Ein weiteres Beispiel ist eine spezielle SSB-Wendevorrichtung. Sie optimiert das Drehen der schweren Profile während der 4-Seiten-Bearbeitung. Damit verkürzt sich die Bearbeitungszeit, und die Genauigkeit der Zerspanung bleibt gleichbleibend hoch. Holger Klatte: „Diese konstruktiven Besonderheiten werden dann wiederum zu Standardmodulen in unserem ’SSB-Baukasten’, die je nach Kundenanforderung in die jeweiligen Maschinenkonzeptionen mit einfließen. Sie lassen sich etwa für die mannarme bzw. mannlose Fertigung in den jeweiligen Kunden-Workflow an unterschiedlichen Produktionsstandorten integrieren. Die Fertigungseinheiten sind beispielsweise so ausgelegt, dass verschiedene Profil-Typen hintereinander bearbeitet und sortiert zur Schweißstraße abgegeben werden können. Der Hersteller kann kostenoptimiert an allen Fertigungsstätten mit gleicher Prozesssicherheit und reproduzierbarer Qualität fertigen.“

Zusätzlich ist SSB bestrebt, das Beste an Energieeffizienz herauszuholen: Energiesparende Drehstrommotoren, optimal dimensionierte Antriebe und intelligente Energierückeinspeisung ins Stromnetz per selbstgeführter Ein- und Rückspeiseeinheiten sind dazu Möglichkeiten. Holger Klatte: „So lässt sich in jedem Unternehmen durch den Einsatz unserer Maschinen mit effizienten Motoren und Antrieben der Energieverbrauch reduzieren. Das führt zu Kosteneinsparungen und senkt letztendlich auch den CO2-Ausstoß.“  

Ganzheitliches Seco Tools Werkzeugkonzept

Ein Herzstück der SSB-Anlage ist das Zerspankonzept mit den dazugehörigen Standard-Werkzeugen. Sie setzen nicht nur die Performance der Maschine um, sondern sorgen an allen Produktionsstandorten für wiederholgenaue Zerspanergebnisse. Holger Klatte: „In diesem Bereich setzen wir schon seit vielen Jahren auf die hochkarätige Expertise des Werkzeugherstellers Seco Tools. Hier werden die gleichen extrem hohen Qualitäts- und Servicephilosophien gelebt, wie bei uns im Hause. So hat Seco Tools beispielsweise interne Strukturen geschaffen, um solche strategischen Allianzen zwischen Maschinenherstellern und Maschinenkunden mit einem Team von Spezialisten rund um die Uhr zu betreuen.“

Dr.-Ing. Stephan Kratz, Global Project Engineering Manager bei Seco Tools und verantwortlich für die Projektierung komplexer Ausrüstungsprojekte mit den verschiedenen Engineering-Teams von Seco Tools weltweit, beschreibt dies: „Wir sind In Verantwortung der technischen Auslegung und übernehmen die Kommunikation des technischen Projektinhalts weltweit. Wir begleiten, wie etwa im Fall SSB-Maschinenbau, das Projekt in Konzeption und logistischer Abwicklung. Das heißt, dass wir auch dafür sorgen, dass unsere beim Maschinenhersteller umgesetzte Technologie nach der Maschinenabnahme durch KION in den jeweiligen Vertriebsorganisationen nachvollzogen und vor Ort unterstützt wird. Die Sicherstellung einer globalen Lieferfähigkeit garantiert dem Hersteller die notwendige Planungssicherheit und Unabhängigkeit, um etwa Produktionslücken oder Ausfälle zu vermeiden. Im Falle SSB-Maschinenbau und KION sind wir seit über 20 Jahren mit unserer Anwendungstechnik vertreten.“

„Das geschieht daher mittlerweile nach kurzer Abstimmung“, ergänzt Achim Bernard, regionaler Anwendungsleiter bei Seco Tools, und unterstreicht seine langjährige Erfahrung in der Projektarbeit für unterschiedliche Fertigungsstandorte von KION Group mit SSB-Maschinen in Verbindung mit Seco Tools Werkzeugen für die Hubmastbearbeitung. „Das A und O ist höchste Prozesssicherheit! SSB-Maschinen zerspanen mit Seco Werkzeugen warmgewalzten, schweißbaren Feinkornbaustahl, oftmals aus verschiedenen Chargen stammend. Die damit verbundenen Materialschwankungen dürfen keinen Einfluss auf die Prozessstabilität sowie die Zuverlässigkeit des Werkzeuges nehmen. Eine festgelegte Standzeit, die zuvor ermittelt und festgelegt wurde, ist an allen Standorten einzuhalten und ein Werkzeugbruch ist inakzeptabel. Unterm Strich garantiert die Qualität unserer Werkzeuge SBB-Maschinenbau wie auch KION eine Prozesssicherheit im Dreischichtbetrieb, ohne dass die Anwesenheit eines Mitarbeiters für die Werkzeugüberwachung erforderlich ist – ausgenommen der standardmäßig notwendige Werkzeugwechsel. Die Prozesse müssen störungsfrei laufen, egal an welchem Standort: Das Werkzeug wird eingespannt und läuft prozesssicher!“

Die langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit gewährleistet, dass Herausforderungen schnell gelöst werden können, die Entwicklungs- und Entscheidungswege sind kurz, da viele Grundanforderungen bekannt sind. Das sind unschätzbare Vorteile, um Produktionen schnell ans Laufen zu bringen. Diese eingespielten Prozesse und schnellen Reaktionszeiten forcieren auch die Umsetzung von Werkzeug-Innovationen und Maschinenentwicklungen. Achim Bernard: „Ein kürzliches Beispiel ist eine konstruktive Änderung an einem zu bearbeitenden Bauteil: Dort mussten wir relativ schnell Versuche durchführen, um zu testen, ob unser neu entwickeltes Werkzeug optimal funktioniert. Heißt: das Tool im 3-D-Druck-Verfahren herstellen und auf Herz und Nieren austesten. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir die optimale Lösung gefunden, die dann in unterschiedlichen KION Werken in Rekordzeit auf den SSB-Anlagen zum Einsatz kam.“

Ein über eine langjährige Partnerschaft gewachsener „Kompetenz-Zirkel“, v.r.n.l: 
Oliver Freisinger (Fa. KION, Senior Project Manager Fabrication, Production Technologies), Achim Bernard, (Fa. Seco Tools, Application Manager), Holger Klatte (Fa. SSB-Maschinenbau, CEO), Dennis Bubas (Fa. Seco Tools, Application Engineer).
Ein über eine langjährige Partnerschaft gewachsener „Kompetenz-Zirkel“, v.r.n.l:
Oliver Freisinger (Fa. KION, Senior Project Manager Fabrication, Production Technologies), Achim Bernard, (Fa. Seco Tools, Application Manager), Holger Klatte (Fa. SSB-Maschinenbau, CEO), Dennis Bubas (Fa. Seco Tools, Application Engineer).

Dank eines ausgefeilten Tool-Managements etwa mit Werkzeugausgabeschränken, automatischen Werkzeug-Nachbestellungen sowie dem Rückkauf des verbrauchten Hartmetalls ergibt sich ein ganzheitliches Konzept, das auch Ressourcenschonung mit einbezieht.

Oliver Freisinger: „Die Zusammenarbeit in diesem ’Kompetenz-Zirkel’ erbringt für uns genau die richtigen Ergebnisse, um rund um den Erdball an unseren Produktionsstandorten wirtschaftlich fertigen können. So konfigurierte uns SSB-Maschinenbau jüngst eine Weiterentwicklung, mit der wir elf verschiedene Profiltypen rüstfrei und völlig autonom bearbeiten können. Das kann bisher keiner am Markt!“

Holger Klatte ergänzt: „Vertrauen, Partnerschaft, Innovationskraft aber auch kritischer Diskurs sind die Basis für eine solch langjährig gewachsene ’Kompetenz-Allianz’. Sie gibt allen Beteiligten stets wichtige Impulse, marktgerechte und konkurrenzfähige Produkte zu entwickeln und trägt so als Mosaikstein dazu bei, Wettbewerbsvorteile zu erlangen.“

Weitere Informationen:
ssb-maschinenbau.de